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... und was noch fehlt

Zur Komplettausstattung gehört bei mir alles, was ich (oder die Familie) unterwegs so brauche. Oder brauchen könnte. Oder einfach haben möchte ... aber der Markt gibt noch deutlich mehr her, und Bastelideen gibt es endlos viele. Dabei ist auch Nützliches, was ich aber aus verschiedenen Gründen (noch) nicht angeschafft habe - und obendrein habe ich auch noch unerfüllbare Wünsche:

Eine Bergewinde ist schon cool. Vielleicht nicht unbedingt an einem Reisemobil, aber trotzdem. Und nützlich wäre sie auch, wenn man in einer Wiese stecken bleibt. Also etwa alle zehn Jahre mal. Ich bin mit dem Schönreden noch nicht weit genug, um einer Realisierung näher zu sein. Es gibt Modelle mit Kunststoffseil oder Gurt, die vom Gewicht her nicht völlig verboten sind, aber auch die müssen solide am Fahrzeug befestigt werden. Und wenn das Steckenbleiben nicht zufällig vor einer Schwerlastöse stattfindet, braucht man auch noch Verlängerungen, Baumschutz, Erdanker und dergleichen. Das ist dann ein bisschen arg viel Zeug, nur damit man im Prinzip mal könnte.

Ein Batterie-Management-System (BMS) passt auf die Batterie auf, indem eine Trennung bei voreingestellten oder programmierbaren Parametern wie Strom, Spannung oder Temperatur erfolgt. Man kann das als zusätzlichen Schutz vor defekten Ladegeräten betrachten, aber leider gehen sie selbst bisweilen kaputt, oder sind nicht mit dem Wechselrichter kompatibel. Ähnlich wie beim Ladebooster (s.u.) vermeide ich Geräte, die keinen direkten Nutzen bringen. Höhere Komplexität geht eigentlich immer mit geringerer Zuverlässigkeit einher.

Eine Diesel-Standheizung macht unabhängiger von Gas, und abhängiger von Diesel. Kann langfristig im Betrieb billiger sein, macht aber Probleme mit miesen Abgaswerten und Geruch.

Ein Fahrradlift ist ein Heckträger, den man über Kurbel oder elektrisch hoch- und runterfahren kann. Bei einem hoch angebrachtem Heckträger wie unserem eine feine Sache, aber noch fühle ich mich zu jung dazu.

Frolis sind eine Alternative zu klassischen Lattenrosten im Bett. Dabei liegt die Matratze auf vielen kleinen Plastiktellern. Da die originalen Lattenroste alle noch funktionieren, war noch kein Bedarf da.

Eine Gas-Aussensteckdose ist nützlich, wenn man einen Gasgrill nutzt. Für mich - als chronischen Holzkohlegriller - ist das nix.

Ein Generator - meist Moppel genannt - macht Strom aus Sprit. Und hat als Stromquelle viele Nachteile: ist schwer, stinkt, braucht Benzin - beim Dieselmotor nicht gerade praktisch, es gibt aber auch Modelle mit Gasbetrieb. Wenn er läuft, ist er laut, stinkt noch mehr und sorgt für (berechtigte) böse Blicke von Nachbarn. Obendrein sind Moppel noch teuer und werden gerne geklaut. Solar, Batteriecomputer, Brücke und eine kleine Ersatzbatterie sind für mich der bessere Weg zur Versorgungssicherheit.

Eine Heckleiter ist unpraktisch und gefährlich, um auf das Dach zu kommen, da sie senkrecht hängt. Noch unpraktischer ist sie, wenn sie von fremden Personen zur Selbstbedienung genutzt wird, um die abgeschlossenen Türen zu umgehen. Am unpraktischsten ist sie, wenn die Rückwand die Belastung nicht aushält. Darum haben wir keine.

Einen Holzofen oder wenigstens einen Gaskamin hätte ich schon gern, da würde ich vielleicht sogar zum Wintercamper werden. Vor der Realisierung sind aber zahlreiche Platz-, Gewichts- und Sicherheitsfragen zu klären.

Automatische Hubstützen sind eine feine Sache: sie richten das Womo automatisch gerade aus, helfen beim Räderwechsel, unterstützen beim Leeren des Grauwassertanks, und neuere Modelle können das Womo sogar wiegen. Da liegt aber auch genau das Problem: das Gewicht. Man kann Keile, Kurbelstützen und Wagenheber gegenrechnen, trägt aber trotzdem gut 50 kg mehr rum. Ausserdem sind sie so ziemlich das teuerste Zubehör, was man kaufen kann. Über die Lebensdauer gerechnet kostet jedes Mal hubstützeln einen zweistelligen Eurobetrag.

Einen Kran (z.B. Palfinger) hintendran fänd ich cool. Allerdings habe ich die aufkeimenden Probleme (Kosten, Gewicht, Statik) noch nicht näher ergründet, vor allem, weil mir trotz intensivem Nachdenken noch keine sinnvolle Anwendung eingefallen ist. Abgesehen vom offensichtlichen Anknüpfungspunkt für Gespräche.

Ketteln ist eine Technik, die die Kanten von Teppichboden hübsch und dauerhaft macht. Kann man auch machen lassen, hatte ich am Anfang auch mal vor. Da man aber im Womo immer die gleichen Stellen betritt, ist der Teppichverschleiss recht hoch. Ich mach inzwischen lieber alle paar Jahre einen neuen rein und lasse die Kanten, wie sie sind.

Ein Ladebooster ist ein Ladegerät mit 12V-Eingang. Normalerweise wird die Aufbaubatterie während der Fahrt geladen, indem sie über ein Trennrelais zugeschaltet wird - entweder bei Motorlauf (D+) oder bei Erreichen der Ladeschlussspannung der Starterbatterie. Wenn die Kabel zur Batterie sehr lang sind, wird aufgrund der Verluste die Aufbaubatterie nur sehr langsam geladen. Ein Ladebooster hilft da, aber im Prinzip handelt es sich um einen Designfehler. Kurze, dicke Kabel erfüllen die gleiche Funktion - allerdings muss man hier ein bisschen probieren und messen, da ein Ladebooster den Ladestrom auch sinnvoll begrenzt. Dafür ist die Lösung dauerhaft; elektronische Geräte können auch mal kaputtgehen.

Um Motortuning machen manche einen ganz schönen Aufriss. Ich schalte bei Bedarf einfach einen Gang runter.

Raketenantrieb, Warp-Antrieb, Bistromatic Drive: ich gebe es ungern zu, aber das Titelbild ist leicht verfälscht. Photoshop. Würde ich ja auch nie so bauen, da kann man ja den Fahrradträger kaum noch nutzen. Wär aber schon spannend, mal z.B. nach Europa zu reisen. Oder zu einem der anderen Jupiter- oder Saturnmonde. Ist aber noch viel zu basteln, und wer die technische Abnahme macht, ist auch noch nicht geklärt. Dichtigkeit ist einfacher, die macht ja Knaus.

Ein Saugroboter wäre fein. Er müsste aber sehr kompakt sein, um nicht gross zu stören und um mit dem welligen Boden im Fahrerhaus klarzukommen. So etwas habe ich bisher nicht gefunden, und der Eigenbau hat noch nicht die nötige Priorität.

Platz für ein Schuhfach ist bei vielen Wohnmobilen hinter der Einstiegsstufe. Der Umbauaufwand ist nicht ganz klein, und ich müsste auch die Zwangsentlüftung versetzen. Trotzdem habe ich das noch auf dem Schirm, weil der Ort für Schuhe ideal ist.

Die sog. SOG ist ein Ventilator, der mit dem Öffnen des Toilettenschiebers angeht und den Mief je nach Ausführung zu den Maulwürfen, den Vögeln oder den Nachbarn bläst. Ich hatte bisher keine Probleme mit Mief und bin mit (formaldehydfreier) Chemie immer gut klargekommen. Ausserdem stört mich die Bastelei mit modifizierten Cassetten und einem Schlauch, der jedesmal angestöpselt werden muss.

Spiegelprotektoren sind Plastikteile, die die Plastikteile schützen, die die Aussenspiegel schützen. Warum man so etwas kauft, ist mir rätselhaft. Ich fahre eigentlich recht hemmungslos die Spiegel-Aussenkanten fransig, aber kaputt gehen sie nicht so leicht. Und wenn doch, kostet das Ersatzteil nur etwa ein fünftel des Protektors. 

Eine Tankflasche für Gas kann mit Autogas (LPG) gefüllt werden. Mit passenden Adaptern geht das überall in Europa, und ein bisschen billiger ist es auch. Ich nutze noch Alugas-Tauschflaschen und eine automatische Umschalteinrichtung, mit der ich das Gas vor dem Flaschentausch vollständig aufbrauchen kann. 

Eine Trenntoilette oder Trockentoilette trennt mechanisch, und zwar flüssig von fest, bzw. vorne von hinten. Sie hat den Nachteil, dass man sich ein bisschen mehr mit der Materie beschäftigen muss, und den Vorteil, dass man einen leicht zu entsorgenden, grösseren Flüssiganteil bekommt und einen kleineren, den man kompostieren oder im Plastikbeutel entsorgen kann. Man kann sie bauen oder selber konstruieren, bzw. eine Cassettentoilette umbauen. Ist eher für Weltenbummler und Dauerbewohner, da es von der üblichen Entsorgungslogistik unabhängiger macht.

Über eine Unterbodenkamera sieht man, ob man schön über dem Grauwassereinlauf steht. Da Monitore für die Rückfahrkamera meistens zwischen mehreren Kameras umschalten können, ist der Installationsaufwand überschaubar. Allerdings muss man halt die Zeit für so eine vergleichsweise unwichtige Installation finden; meine Zweitkamera liegt seit ein paar Jahren in der Kiste. Immerhin weiss ich noch, in welcher.

Ein Vorzelt (oder einen Safariraum) kann man sich vor den Womo-Eingang basteln, wenn man länger an einem Ort steht und den romantischen Zeltaufbau so sehr vermisst. Ist bei uns aber beides so gut wie nie der Fall.

Zahlen gibt es ein paar wichtige, die man im Auge behalten sollte: der Reifendruck, die Geschwindigkeit, die Füllstände der Aufbaubatterie sowie der ganzen Tanks, den Biervorrrat. Weil's die Technik aber möglich macht, kann man noch viel mehr messen: so kann man sich den Solarertrag mit der Spannung jeder Batteriezelle abhängig von Temperatur und Breitengrad auf dem Mobiltelefon darstellen lassen. Da halte ich nichts von: bei jeder Messung sollte im Vordergrund stehen, dass der Wert eine Relevanz hat, und nicht, wie leicht er zu messen ist. Merksatz: auch ein schmales Womo kann unter einer Brücke stecken bleiben.

Titelbild: NASA (Cassini-Mission) mit Knausanteil