Welches Wohnmobil für mich?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Begriff "Wohnmobil" ein Widerspruch in sich ist. Je mehr "Wohn", desto weniger "Mobil" und umgekehrt. Grosse Wohnmobile sind komfortabel, für mehr Personen geeignet und man muss weniger umbauen; kleine Wohnmobile sind beweglicher und einfacher zu fahren, unauffälliger und passen auf normale Parkplätze.

Ein Wohnwagen ist gar kein Wohnmobil, sondern ein Anhänger und hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Bei der Fahrt sitzt man in einem Auto ohne Zugriff auf die wohnliche Umgebung und ist kaum autark. Fährt man aber für längere Zeit auf einen festen Campingplatz mit Versorgung, hat man dort ein Auto zur Verfügung, eher mehr Platz als in einem Wohnmobil, und Kauf wie Unterhalt sind erheblich günstiger.

Mit Wohnkabinen, wie sie auf häufig geländegängige Fahrzeuge aufgesetzt werden, nähern wir uns der Sache schon eher. Sie führen ein Nischendasein, da sie recht unkomfortabel sind, man aber dafür am Polarkreis oder in Þingvellir einfach weiterfahren kann, wo die meisten Touristen umdrehen müssen. Wer lieber die Zugkraft von Bergewinden diskutiert als Stellplatzgebühren an der Mosel zu vergleichen, wird sich hier wohlfühlen.

Vans oder Busse sind handelsübliche Grossraum-PKW mit sieben bis neun Sitzplätzen, die man zum Wohnmobil umbauen oder gleich als solches kaufen kann. Personen- und gepäckmässig kommt man schnell an Grenzen, und das Badezimmer findet in der Natur, wenn nicht im Hotel statt. Dafür ist das Auto als Zweitwagen recht alltagstauglich und man kommt in Tiefgaragen rein, wenn man kein festes Hochdach hat.

Ein Kastenwagen ist das gleiche eine Nummer grösser im Lieferwagenformat. Beliebt bei Selbstausbauern; es gibt aber auch sehr findige Lösungen von der Stange mit Bad, Küche und Platz für 2-4 Personen. Je nach Ausbau häufig noch eingeschränkt alltagstauglich.

Alkoven und Teilintegrierte sind die klassischen Wohnmobile mit der Kabine eines leichten Nutzfahrzeugs, wobei das Alkovenmodell eine Schlafkabine oberhalb des Fahrerhauses hat. Im Aufbaubereich eröffnet das Fehlen einer beschränkenden Karosserie zahlreiche Freiheitsgrade bei der Gestaltung des Bodens, des Grundrisses und der Dimensionen. Entsprechend viele Varianten sind unterwegs.

Das gilt auch für Vollintegrierte, bei denen der Aufbau auch das Fahrerhaus umfasst. Hier hat man vorne ein erheblich schöneres Raumgefühl, unter Verzicht auf die sicherheitstechnischen und ersatzteilseitigen Vorteile, die das Fahrerhaus eines Massenmodells bietet. Es gibt sie bis zu Reisebusgrösse, wobei das Zielpublikum vermutlich mit einer Yacht liebäugelt, aber leider wasserscheu ist.

Bei der Auswahl des Wohnmobils ist entscheidend, dass man weiss, was man will. Typ, Grösse, Grundriss und Gewichtsklasse lassen sich im Nachhinein im Gegensatz zu vielen Ausstattungsdetails nicht ohne weiteres ändern. Wenn man sich über die Richtung nicht klar ist, sollte man unbedingt ein oder mehrere Wohnmobile mieten und in Urlauben ausprobieren, was einem selbst wichtig ist. 

 

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