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Schloss der Aufbautür

Ein beliebtes Ärgernis sind Teile, die speziell für Wohnmobile hergestellt werden. Ersatzteile gibt es oft nur für ein paar Jahre, und Händler reparieren meist nicht, sondern wechseln lieber aus. So gibt es für Schlösser im Aufbau kaum Ersatzteile, die über Schlüssel und evtl. Schliesszylinder hinausgehen. Wenn auch das ganze Schloss nicht mehr verfügbar ist, wird dann gerne eine neue Tür verkauft. Oder ein neues Womo. 

Unser Knaus Sport Traveller hat eine Tür des Herstellers Hartal, was ich nur deshalb weiss, weil Hartal genau die Tür auf der Produktionsbebilderung seiner Webseite hatte. Die Innenverkleidungen sind mit Klett festgemacht und lassen sich abziehen. Das geht auch bei geschlossener Tür, was praktisch, aber leider auch notwendig ist. 

Wenn man ein Problem mit dem Zadi-Schloss hat, ist es hilfreich, zu verstehen, wie es funktioniert. Sieht verwirrend aus, ist aber recht einfach: man erkennt auf den Bildern drei übereinanderliegende Bleche. Der mit der Tür verschraubte Hintergrund ist der Träger, dann gibt es links oben das kleine Spitzhackending und im Vordergrund das Schliessblech (nenn ich mal so). Dieses kann man - wie man an der Kulisse in der Bildmitte sieht - nach links verschieben oder nach unten wegdrehen. Dieses Drehen öffnet die Tür, indem die Stangen nach oben und unten die Riegel öffnen. Wenn das Schliessblech nach links verschoben wurde, kann die Tür nicht mehr geöffnet werden - dann ist sie abgeschlossen. Das geht über die quer liegende Stange; hinter der dicken Schraube links unten sitzt der Schliesszylinder für das Schliessen von aussen, die Stange links hoch geht zur Entriegelung innen an der Tür. Das funktioniert eigentlich alles ganz gut, und es gibt kaum Probleme. Aber da war doch noch was ...

Richtig. Das Spitzhackending. Zum Öffnen der Tür von aussen. Links davon im Hintergrund lauert ein Vierkant, der direkt mit dem Griff verbunden ist. Zieht man daran, drückt der schwarze Hebel auf dem Vierkant das Spitzhackending nach rechts bzw. im Uhrzeigersinn nach unten. Es drückt dann im aufgeschlossenem Zustand auf den umgekanteten Teil des Schliessblechs, und die Tür geht auf. Auch das funktioniert im Neuzustand und über die Garantiezeit eigentlich ganz gut. Aber es gibt zwei Schwachpunkte, und ich habe im Laufe der Jahre beide mitgenommen:

Fehler 1 - die Tür ist abgeschlossen und lässt sich nicht aufschliessen

Und zwar weder von innen noch von aussen. Hier wird es dann wichtig, dass die Innenverkleidung auch dann demontierbar ist, wenn die Tür zu ist. Der Grund ist, dass die Feder gebrochen ist, die das Spitzhackending auf Gegenuhrzeigersinn hält. Bricht die Feder, fällt das Ding runter und blockiert das Schliessblech. Der Effekt ist der gleiche, wie wenn man am Griff zieht - bei gezogenem Griff lässt sich das Schloss nicht schliessen, weil das Spitzhackendings neben dem umgekanteten Teil liegt. Zur Reparatur habe ich das Spitzhackendings abgebaut, die Feder aus Federdraht nachgebogen und ersetzt. Inzwischen weiss ich, dass das auch einfacher geht: links oben an der Spitzhacke ist genug Platz für eine Zugfeder zum Schliesszylinder. Man kann auch unterwegs mit Gummiringen oder Haargummis auf diese Art sehr einfach das Schloss provisorisch reparieren. 

Fehler 2 - die Tür lässt sich von aussen nicht öffnen

Der Griff lässt sich dabei leicht bewegen und federt nicht zurück, auf- und abschliessen geht ganz normal. Das passiert, wenn der Plastikhebel bricht, der auf dem Vierkant sitzt - manchmal hört man ihn auch in die Tür fallen. Von innen geht die Tür problemlos auf, aber man muss halt erst mal reinkommen. Ich habe versucht, den Plastikhebel mit einem Stück Stahlblech zu reparieren und mit Knetmetall zu verstärken. Hielt etwa zwei Wochen; für eine dauerhafte Lösung muss man einen Metallhebel bauen. 

Ausbau des Schlosses: fünf Stangen müssen ab und vier Schrauben raus. Die Stangen sind eingesteckt und mit Clips gesichert. Die Vierkantstange kann man herausschieben, wenn man den Splint und die Reste des Hebels entfernt hat. Er wird nur von den Gummiringen gehalten, die in den Nuten der Stange sitzen. Ich habe aus Alublech und Alu-Vierkantmaterial einen Hebel an den 7 mm Vierkant angepasst und mit einer Schraube M3 verbunden. Dabei habe ich auch versucht, den Winkel des Hebels in etwa anzupassen, das wäre aber vermutlich nicht nötig gewesen. Auf der Welle habe ich ihn durch ein Loch wieder mit dem Originalsplint gesichert. Das darf man natürlich erst machen, wenn man das Schloss wieder zusammenbaut, und der Vierkant wieder eingeschoben wurde. Sollte er nicht stramm sitzen, kann man noch etwas dazwischenlegen. Der Einbau erfolgt umgekehrt wie der Ausbau - wer sich unsicher ist, macht vorher und zwischendurch ein paar Bilder. Ein bisschen Schmierung schadet nicht.

Titelbild: Braubach