Umbauten und Modifikationen in Wohnraum und Aufbau

Batterien gibt es in Deep Cycle-Varianten für viele Ladezyklen, die klassische Aufbaubatterie, und als Starterbatterien für hohe Ströme. Aufgrund meines Wechselrichters benötige ich leider beides. Nach einem Ausflug zu Optima Yellow Cap, die knapp ein Jahr hielt und wo der Service noch schlechter ist als die Qualität, bin ich jetzt bei Exide Starterbatterien gelandet. Die sind für Start-Stopp-Automatik ausgelegt und haben somit auch eine erhöhte Anzahl an Ladezyklen.

Die Beleuchtung besteht bei dem 2008er Knaus aus klassischen Halogenlampen. Dazu gibt es prima LED-Retrofit-Leuchtmittel, und die Lücken kann man mit indirekter Beleuchtung, ggfs dimmbar, und Spots zum Lesen füllen. 

Im Gegensatz zu Kleinstädten verfügen selbst grosse Wohnmobile normalerweise nicht über eine Bibliothek. Um dem abzuhelfen, wurde das oberste Regalbrett über der Aufbautür durch eins in brauchbarer Grösse ersetzt, und eine Alustange in Holzdekor hält die Bücher unterwegs an ihrem Platz.

Die Kühlschranktür lässt sich - eigentlich bei so ziemlich allen Kühlschränken - vom Anschlag her umbauen. Ich habe den Anschlag geändert, damit man vom Tisch und vom Eingang her gut an den Kühlschrank kommt. 

Für die hinteren Lautsprecher im Knaus schämt sich jedes Kofferradio, und auf der Unterseite des Schranks über dem Tisch sind sie auch noch peinlich angebracht. Dabei findet sich oben genug Platz für kleine gescheite Boxen. Die originalen Lautsprecherausschnitte wurden für eine Leselampe und einen Lautstärkeregler für die hinteren Boxen verwendet (Stufenschalter mit Drahtwiderständen 5W 22 Ohm zwischen den Stufen); Gewichtszuwachs etwa 5 kg.

Die Sitzbank taugt eigentlich nicht zum Sitzen im Orginalzustand. Sie ist schmaler als das Sitzkissen, sodass man auf dem rechten Platz das Gefühl hat, aus dem Sitz zu kippen. Eine Verbreiterung schafft da Abhilfe, und ein härteres Schaumstoffpolster macht es dann schon fast bequem.
 
Campingmessenbesuch mit Folgeschaden: Nach den Vorbildern neuerer Wohnmobile haben wir unsere Sitzbank zur Ecksitzbank erweitert, was sich insbesondere in Kombination mit dem Einsäulentisch sehr bewährt hat. Basis für die Ecksitzbank ist ein kleines Regals gegenüber dem linken Sitz an der Wand zum Fahrerhaus, in der Höhe an die Rücksitzbank angepasst.
 
Die Lücke zwischen Sitzbank und Regal kann mit einer Platte geschlossen werden - herausnehmbar, damit man bei der Fahrt noch gerade sitzen kann, ohne die Beine hochlegen zu müssen. Die recht dünne Platte ist unten durch eine Vierkantleiste verstärkt, die wiederum in eine Aussparung am Regal greift. So kann nichts verrutschen.
 
Durch Auflage eines Sitzpolsters entsteht eine Ecksitzbank. Ersatz für das ausgelutschte Polster der Rückbank und für das zusätzliche Sitzpolster habe ich bei Saarschaum bestellt (siehe Links). Die zusätzliche Kissenhülle kann man sich aus passendem Stoff nähen.

Teppich ist schön an den Füssen und auch für die Optik ein Gewinn, wenn der Originalboden so hässlich ist wie unserer. Man kann da viel Aufwand betreiben mit gekettelten Kanten, allerdings wird er sowieso nicht so sehr lang halten. Ich würde eher alle paar Jahre einen neuen Rest zuschneiden. Mit dem alten Teppich als Vorlage geht das recht schnell, und hoher Verschleiss ist im Eingangsbereich kaum zu vermeiden.

Der Tisch bestand aus einem klassischen Hubtisch, der abgesenkt werden kann zur Nutzung als Bett. Das ist bei einer Halbdinette nicht wirklich durchdacht; das Tischgestell ist den Füssen im Weg und übermässig stabil war er auch nicht. Unter Weiterverwendung der originalen Tischplatte habe ich daher auf einen Einsäulentisch mit verschiebbarer Platte, nicht absenkbar, umgebaut. Den Tischfuss gibt es bei Reimo für rund 250 Euro, die Befestigung erfolgte mit starken Spaxschrauben im Boden. Unter dem Tischfuss ist der Rahmen vom Fahrzeug, da kommt man nicht an die Unterseite des Bodens heran. Die Schrauben halten aber gut, die Bodenplatte des Tischfusses ist recht gross. Ein echter Gewinn an Platz und Stabilität, mit dem Nachteil, dass man den Tisch nicht mehr ohne weiteres herausnehmen kann. Gewichtsmässig kaum ein Unterschied.

Ein Wechselrichter passt schön zwischen Sitzkonsole und Handbremse, was kurze Kabel zur Batterie ermöglicht. 2000 W Echtsinus sind ausreichend für die lebensnotwendigen Geräte (Nespresso, Fön). Hochfrequenz-Inverter sollten mit reichlich Leistungsreserve geplant werden. Der Anschluss ist schaltbar zwischen den Aufbaubatterien und der Starterbatterie - wenn man den Motor laufen lässt, kann man den Strom auch länger nutzen. Bei schlapper Starterbatterie kann man sich damit im Prinzip auch selber Starthilfe geben, das hab ich aber noch nicht getestet. Möglich, dass der Versuch eine Sicherung kostet.

 

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(c) 2017 Franz-Manfred Schüngel