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10 Gründe, kein Womo zu kaufen

Wer am flexiblen Reisen interessiert ist, liebäugelt natürlich mit einem Wohnmobil. Als Hilfestellung, um auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben, hier die 10 stärksten Gegenargumente. Wer diese beiseitewischen kann, ist für das Abenteuer gerüstet.

1. Der Platz

Aussen klein und innen gross, so müsste es sein. Das gibt es auch, es heisst "Zelt" und hat andere Nachteile, die hier nicht hingehören. Und leider ist es beim Womo genau umgekehrt: Als Fahrzeug ist es recht gross und muss irgendwo hingeparkt werden, auch wenn man es nicht benutzt. Und innen kann es dann schon mal recht eng werden, wenn sich mehrere Personen auf den Füssen stehen. Natürlich gibt es Fahrzeuge, die sich problemlos wegparken lassen, und auch solche, die innen nicht wirklich zu klein sind. Die Kombination ist halt schwierig.

2. Die Natur

Ja, warum denn? Man möchte doch in die Natur. Aber manchmal kommt die Natur auch von selbst zu einem hin, und fragt nicht. Wasser kommt durch die kleinsten Ritzen, Insekten benötigen nur wenig mehr Platz, und wo man die Kuppe des kleinen Fingers reinstecken kann, passt eine Maus durch. Man kann immer dagegen anputzen, aber gewinnen kann man auf Dauer nicht.

3. Die Technik

Was man besitzt, geht kaputt. Die Frage ist nicht "ob", sondern "wann" - und die Antwort ist häufig "wenn man es dringend braucht" oder "kurz nach Ladenschluss". An einem ordentlich ausgestatteten Womo ist eigentlich immer was kaputt, meistens schon ab Werk. Bei wirklich wichtigen Dingen kommt es dann eigentlich nur einmal vor, dass man das wichtige Ding nur einmal dabei hat. Pro Ding. Und es ist hilfreich, wenn man einmal eine Fortbildung als Kfz-Mechatroniklempner gemacht hat.

4. Die Unordnung

... und der Schmutz, beides eine Folge von Punkt 1: Wenig Platz bedingt wenig Stauraum, daher drängeln sich die zahlreichen nützlichen Dinge ein wenig, und werden beim Fahren auch gerne frisch gemischt. Und die kleinen Flächen werden entsprechend stark genutzt und verschmutzen im Rekordtempo.

5. Der Lärm

Beim Campen den Motor abstellen, schon klar. Aber Leichtbau bleibt es trotzdem: die Party der Nachbarn kriegt man haarklein mit, und das Regengeprassel knapp über einem mag auch nicht jeder.

6. Campingplätze

Genauer: die Regeln dort. Gibt es keine, gilt das Recht des Stärkeren, und das Campen macht keinen Spass. Jede einzelne Regel nervt aber: sowohl von-bis-Regeln (Platz oder Uhrzeit) wie auch verschiedene Märkchen für Strom, Müll, Wasser, Abwasser, Abwaschwasser und Duschwasser. Reservierungssysteme sind beliebig kompliziert und natürlich überall anders, auch gibt es häufig Hintertürchen für Insider. Da kann man dann an einer kostenpflichtigen Tombola teilnehmen, bei der es garantiert nur Nieten gibt. Zum Einstieg kann man Empfehlungen im Internet suchen und diese meiden, da sie garantiert überfüllt sind.

7. Die menschliche Natur

Teilt man die Menschheit in Wohnmobilisten und den Rest, sind beide Gruppen problematisch. Für den Rest sind Wohnmobile im besten Falle lästig, da im Weg (auf dem Parkplatz, vor der Aussicht, auf der Überholspur); im schlimmeren Falle eine Seuche, da wirklich im Weg, laut, frech und der Müll bleibt auch noch liegen. Unter den Wohnmobilisten gibt es die Alphamännchen oder (Camping-)Platzhirsche, die alles besser wissen und andere belehren wollen - dabei kann man das viel einfacher über das Internet. Der noch schlimmere Teil der Wohnmobilisten ist aber der, der die Klischees vom Rest bedient - indem sie rücksichtslos, laut und frech sind, und der Müll bleibt auch noch liegen. Die gute Nachricht ist aber immerhin, dass es in beiden Gruppen eine breite Mitte gibt, mit der man sehr gut klarkommen kann. 

8. Das Dumpen

Und die anderen Leitungen, die ein Haus so immobil machen: Wasser, Strom und Gas. Aber vor allem das Abwasser. Die heimische Infrastruktur lernt man erst so richtig zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat: Weil man den Gas-, Wasser- und Stromvorrat immer im Auge behalten muss, und das Auffüllen geplant sein will. Aber vor allem das Abwasser, wo es umgekehrt ist - Details spare ich mir hier. Eine britische Firma ist hier nicht umsonst Marktführer mit wirklich sehr hilfreichen Produkten, aber trotzdem balgt sich keiner um den Job.

9. Der Preis

Wer die Abschreibung des Mobils und die ganzen anderen Kosten auf die Übernachtungen umlegt, wird häufig feststellen, dass das Hotel günstiger gekommen wäre. Das Zelt erst recht. Wer sparen möchte, der sei vor einem Irrtum gewarnt, und wer auf ein Statussymbol hofft, der sei auf Punkt sieben verwiesen.

10. Das Wetter

Man hat eigentlich ein Womo, um draussen zu sein, aber manchmal ist das Wetter einfach zu unfreundlich. Trotzdem muss man manchmal raus: was aus dem Staufach holen, Brötchen kaufen, für Punkt acht. Dazu kommen die Temperaturen: ist es heiss, ist es im Womo viel zu heiss; ist es zu kalt, ist es nie genug isoliert. Wer vorher ein Zelt hatte, wird das als Upgrade begreifen; Hotelurlauber aber eher nicht.